Der folgende Zeitungsartikel aus der „NW Bünde“ ist ein Text, den es lohnt zu lesen. Man erfährt darin so manches, dass man vielleicht schon immer einmal über die Tafel wissen wollte.
Die Vorsitzende der Nebenstelle der Tafel Melle in Bünde Anglika Siekmann berichtet über Aktuelles. Sie schildert die personelle Situation und den Ablauf des Arbeitstages. Außerdem erzählt sie von speziellen Spendenaktionen in der Vorweihnachtszeit und der Dankbarkeit der Nutzerinnen und Nutzer.
Dankbarkeit der Bedürftigen berührt die Helfer
Peter Jordan (v.l.) und Angelika Siekmann von der Bünder Tafel nehmen die „Miele“-Geschenktüten von Jana Voß, Dirk Ohnesorge und Silke Rump entgegen.
Volker Meinert (v.l.), Marliese Tönsing und Klaus Sewing engagieren sich seit Kurzem bei der Tafel in Bünde. Sie gehören zu einem Team von 32 Ehrenamtlern.
Folgender Text und Fotos oben: Sven Hauhart; NW Bünde, 6./7.12.2025
Bünde. „Wenn man im Leben viel Glück gehabt hat, dann kommt irgendwann der Punkt, an dem man darüber nachdenkt und etwas zurückgeben möchte.“ Auf die Frage, warum er sich seit dem Sommer für die Tafel engagiert, muss Volker Meinert nicht lange nachdenken. Der Lippinghauser ist einer von mehreren neuen Helfern, die regelmäßig in den Garagen des DRK an der Sachsenstraße anpacken, um Bedürftige mit Nahrungsmitteln zu unterstützen.
32 Menschen arbeiten aktuell ehrenamtlich für die Tafel in Bünde. Im Normalfall ist jeder von ihnen alle zwei Wochen donnerstags einmal dran. In der Zeit zwischen 12.45 Uhr und etwa 16.30 Uhr heißt es dann Lkw mit Lebensmittelspenden auspacken, die Ware in Kisten einsortieren und diese schließlich an die angemeldeten Nutzerinnen und Nutzer ausgeben.
Auch an diesem Donnerstag vor dem zweiten Advent haben die Helferinnen und Helfer bereits vor Beginn der Ausgabe alle Hände voll zu tun. Mittendrin sind die Bünderin Marliese Tönsing und Klaus Sewing aus Bünde-Dünne. Die beiden gehören ebenfalls erst seit Kurzem zum Team. Sie hatten im Frühjahr von der händeringenden Suche nach Ehrenamtlern in der Neuen Westfälischen gelesen. Genau wie Volker Meinert möchten auch sie gerne etwas zurückgeben. Angelika Siekmann ist froh über ihre Hilfe. Sie leitet die Tafel in Bünde, die eine Nebenstelle der Meller Tafel ist. Noch vor rund einem halben Jahr sah es personell deutlich enger aus. Das hat sich geändert. „Wenn mal jemand ausfällt, haben wir mittlerweile sogar eine Reserveliste“, berichtet Siekmann.
Auch sonst sei die Tafel in Bünde gut aufgestellt. Zumindest aktuell ist hier von zu wenig Spenden – im Gegensatz zu vielen anderen Tafeln in Deutschland – nichts zu hören. Das gilt vor allem für die Adventszeit, in der die Spendenbereitschaft der Menschen traditionell hoch ist. Neben den regelmäßigen Anlieferungen verschiedener Supermärkte, Bäckereien, Fleischereien oder Hofläden fahren in dieser Zeit noch weitere Fahrzeuge vor, die entladen werden wollen.
So wie der rote Miele-Bulli. Jana Voß, Silke Rump und Dirk Ohnesorge vom Bünder Miele-Werk haben 193 Präsenttüten mit Dingen wie Spielzeug, Bastelmaterial oder Schokolade an Bord. „Alle Kolleginnen und Kollegen konnten freiwillig etwas spenden. Wir haben die Sachen dann nach Altersgruppen sortiert und die Beutel entsprechend gepackt“, berichtet Jana Voß. Das spart Arbeit für die Ehrenamtler der Tafel, da sie so fertige Tüten herausgeben können, die den zum Alter des Kindes passenden Inhalt haben.
Das ist nicht die einzige spezielle Aktion rund um Weihnachten. „Vor zwei Wochen haben wir bereits Backtüten herausgegeben. Da waren passende Zutaten zum Plätzchenbacken drin“, sagt Angelika Siekmann. Vor Weihnachten würde es noch eine weitere Aktion für Kinder geben. Diese erhielten dann eine sogenannte „gesunde Tüte“ mit Obst, Gemüse und Saft.
Während die Lebensmittel üblicherweise gespendet und nicht von der Tafel eingekauft werden, ist es bei den Tüten zu Weihnachten teilweise anders. „Wir sind kein Vollversorger, sondern geben heraus, was uns gerade gebracht wird“, erklärt Siekmann das Prinzip. Um die Weihnachtstüten passend packen zu können, werde aber schon mal was dazugekauft. Dafür würden dann Spendengelder verwendet, die ansonsten überwiegend für den Unterhalt von Gebäuden oder Fahrzeugen vorgesehen sind. „Jeder, der möchte, dass seine Spende nur für Bünde verwendet wird, kann sich sicher sein, dass das Geld auch in Bünde ankommt“, betont Siekmann.
Apropos Aktionen in Bünde zur Weihnachtszeit: Aktuell sammelt die Tafel wieder Lebensmittel im Kassenbereich des Marktkaufs. Noch bis Samstag, 6. Dezember, werden Menschen gebeten, zusätzlich zu ihren eigenen Einkäufen ein paar Produkte extra in den Wagen zu legen, um diese zu spenden. Dabei geht es vor allem um dauerhaft haltbare Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Tee oder Konserven. „Das bringt uns enorm weiter, da im Winter und speziell über Weihnachten und Neujahr der Fluss an frischer Ware weniger wird und wir daher mehr Konserven rausgeben“, erläutert Siekmann.
220 sogenannte Bedarfsgemeinschaften mit unterschiedlich vielen Erwachsenen und Kindern werden aktuell von der Bünder Tafel versorgt. Diese sind in zwei Gruppen aufgeteilt, sodass sich jede Bedarfsgemeinschaft alle zwei Wochen ein Lebensmittelpaket abholen darf. „Bis Herbst gab es eine lange Warteliste, aber momentan haben wir seit langer Zeit niemanden mehr auf der Warteliste“, sagt Siekmann. Dass die mit so viel Herzblut versorgten Bedürftigen den ganzen Einsatz keinesfalls als Selbstverständlichkeit hinnehmen, erfahren die Helfer der Tafel immer wieder. „Es ist auf jeden Fall viel Dankbarkeit zu spüren. Oft kommen die Menschen, obwohl sie nicht viel haben, mit Dingen wie selbst gestrickten Socken oder selbst gebackenem Kuchen, um sich zu bedanken“, berichtet Siekmann von kleinen Gesten mit großer Wirkung. Denn diese Dankbarkeit sei Antrieb genug für die wohltätige Arbeit der Ehrenamtler.










