Situation bei Meller Tafel spitzt sich zu
„Immer mehr Menschen brauchen Hilfe“ / Lebensmittel für Hilfsbedürftige werden knapp
Alexandra Stratmeier
Großer Andrang, aber immer weniger gespendete Lebensmittel: Der Druck auf die Tafeln in Deutschland ist groß. Auch in Melle gibt es eine hohe Zahl bedürftiger Menschen, die auf Unterstützung der Hilfsorganisation angewiesen sind: „Wir haben knapp 400 Bedarfsgemeinschaften und 1000 Personen, die wir unterstützen“, sagt Ulrike Markgraf von der Tafel Melle. Die Stimmung kippt unter den Bedürftigen Derzeit gebe es einen Aufnahmestopp und eine Warteliste. Aufgrund der angespannten Situation könnten die Menschen aktuell nur einmal in 14 Tagen mit Lebensmitteln versorgt werden: „Vor der Corona-Pandemie haben wir zweimal wöchentlich Lebensmittel ausgeben, dann einmal und mit Beginn des Krieges in der Ukraine ist die Zahl der Berechtigten explodiert“, schildert Markgraf. Zwar gebe es viel Solidarität unter den Bedürftigen, aber so langsam würde die Stimmung kippen. „Immer mehr Menschen rufen bei uns an und sagen, sie brauchen Hilfe. Wir sind aber ein Zusatzangebot und können nicht die Grundversorgung der Menschen abdecken.“ Unterstützung erhält die Hilfsorganisation von umliegenden Unternehmen, aber auch von Supermärkten, landwirtschaftlichen Betrieben, Bäckereien, Hobby-Gärtnern und privaten Haushalten. Zu wenig gesundes Essen und zu viele zuckerhaltige Lebensmittel sind ein weiteres Problem, mit dem die Tafel in Melle zu tun hat: „Wetterbedingt sind die kommenden Wochen die schlimmste Zeit“, so Markgraf mit Blick auf fehlendes Obst und Gemüse. Milchprodukte seien ebenfalls knapp: „Im Winter wird deshalb viel mit Konserven überbrückt.“ Hilfe komme hierbei durch Sonderaktionen karitativer Einrichtungen zur Weihnachtszeit: „Da erhalten wir viel Unterstützung.“ Der stellvertretende Marktleiter Norman Westphal vom Marktkauf in Melle bestätigt den Eindruck, dass weniger abfällt als noch vor einigen Jahren: „Abhängig von der Jahreszeit werden aber Lebensmittel sämtlicher Warensortimente von uns an die Tafel abgegeben.“ Mehr Spenden in der Weihnachtszeit Ulrike Markgraf stellt zum Beginn der Adventszeit derweil eine erhöhte Spendenbereitschaft innerhalb der Meller Bevölkerung fest: „Seit letzter Woche bekommen wir vermehrt private Spenden. Darüber freuen wir uns natürlich sehr.“ Die zusätzlichen Lebensmittel kommen demnach genau zur rechten Zeit, gilt es schließlich auch, die Zeit vor und nach, Weihnachten zu überbrücken: Denn es gilt – „Kunden, die am 17. Dezember das letzte Mal zur Ausgabe kommen, werden erst wieder am 14. Januar versorgt. Alle, die am 20. Dezember Lebensmittel erhalten, sind turnusmäßig erst am 10. Januar wieder an der Reihe“, erklärt die Mellerin.



